Vorwort

Jahre 1903 wurde die S.M.S. DEUTSCHLAND auf Kiel gelegt. Es war für die Marine die letzte Serie der klassischen Linienschiffe, da sie vom technischen Fortschritt überholt wurden. Gut einhundert Jahre später sitzt ein Modellbauer, der sich für diese Epoche interessiert, vor seiner Werkbank und ärgert sich (zum wievielten Male?) über Ätzteile. Er hat die nase zu tief ins Glas Stecken. Jene, die es nicht gibt - obwohl er sie gerne hätte. Jene, die es gibt - die aber nicht lieferbar sind. Und jene, die er hat - die ihm aber zu ungenau sind. Er sann auf Abhilfe - denn Not macht bekanntlich erfinderisch
Das Abenteuer beginnt.

Theoretisch erschien mir das Vorhaben einfach und schnell durchführbar - man konnte wirklich nicht davon sprechen, dass das Rad wieder neu erfunden werden musste. Zumal es für die meisten Teile bereits sehr gute Planunterlagen gibt. In Bezug auf das “erfinden” lag ich richtig - jedoch bei “einfach” und “schnell” vollkommen daneben. Wer ein Ätzteil haben will, der muss es zunächst zeichnen, dann wird eine Filmtasche daraus ge-macht. In diese wird ein Blech gelegt, dessen beidseitige Beschichtung lichtempfindlich ist. Diese werden belichtet und dann wird das Blech einem Säurebad ausgesetzt und die gewünschten Teile bleiben übrig. Klingt einfach - nicht wahr? Ich sollte mich wundern...! Es führt zu weit, hier alle Frustrationen und Erfolgserlebnisse seit Januar 2003 aufzuzählen, aber teilhaben lassen möchte ich an den Vorüberlegungen, die zu den Bauteilen in dieser Liste geführt haben:
  • Gezeichnet wird mit Hilfe des Computers, es erleichtert die Umwandlung in einen Film. Gezeichnet wird mit Hilfe des Computers, es erleichtert die Umwandlung in einen Film.
  • Entwickelt wird der Film von einem professionellen Anbieter.
  • Geätzt wird bei einer Firma, die eine Sprüh-Ätzanlage hat und sich wirklich auskennt
  • Pro Bauteil wird ein Film gemacht, auch wenn es bei Kleinstteilen unsinng und teuer erscheint, auf lange Sicht ist es günstiger, weil man Abfall spart.
  • Die gewünschte Detailtreue entscheidet über das Material, nicht umgekehrt. Deshalb kommt überwiegend Messing 0,3 mm zum Einsatz, teilweise aber auch 0,2 mm Neusilber.

Nachwort

Ich hoffe sehr, dass man dieser Liste anmerkt, wieviel Spass mir die Ätzteile mittlerweile machen -trotzdem bleibt es mehr oder weniger eine kleine “Spinnerei”. Ich würde mich freuen, diese Bauteile irgendwann auf gut gebauten Schiffmodellen wieder zu sehen (ach, wie pathetisch...).Und jetzt viel Spass beim schmökern, sich wundern, aufregen und fachsimpeln....

Peter Lienau
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